Sofortbild 2.0

„Es ist eine Raum-Zeitmaschine. Es erschliesst Parallelwelten, metaphysische Ebenen und soziologisch-klimatische Störungen. Es ist der Blick in ein multidimensionales Universum. Licht malt in Dinge und Zeitsprünge finden in Sekundenbruchteilen statt.

Eine November-Tristesse verwandelt sich in eine digitale Sofortbildschnittblume – intim, allwissend und nicht wiederbelebbar. Cut ups in visueller Form. Neu-Arrangements in Echtzeit. Es durchzieht die Leere mit Aufmerksamkeit. Es projiziert Gegenwart in Zukunft und Vergangenheit in Gegenwart. Es ist bewusstseinserweiternde Feldforschung.

Dabei scheint es sich seiner konstruktionsbedingten, den modernen Konsumzyklen folgenden Vergänglichkeit bewusst zu sein und spiegelt dieses Gefühl in dem Blick des Steuermanns. Und am Ende oder zwischendurch lässt es Dich – falls der Akku nicht leer ist – ein sinnvolles oder sinnloses Telefonat führen.“

Andreas Wolf, „Sofortbild 2.0“ / 2011